Ansichten eines Clowns

Ansichten eines Clowns
Freitag | 17. Mai 2019 | 19:30 Uhr


Ansichten eines Clowns
frei nach dem Roman von Heinrich Böll

Ein gescheiterter Rebell ist er, dieser Hans Schnier, der sich als tourender Clown selbst ins Abseits verfrachtet. Halb überzeugt, halb trotzig fristet er sein Nomadendasein in bundesdeutschen Hotelzimmern – lieber das, als Industriellensohn sein und seine Kinder katholisch erziehen lassen, wie seine große Liebe Marie es wollte. Schnier ist einer, der das Glück nur als Außenstehender zu ertragen scheint.
Heinrich Böll zählt zu den wichtigsten Intellektuellen der Nachkriegszeit. »Ansichten eines Clowns«, seine Abrechnung mit der konservativen, christlich geprägten BRD der 1950er Jahre, wurde zum internationalen Erfolg. Besondere Popularität genießt Böll bis heute in Russland, wo die orthodoxe Kirche noch immer eng mit dem Staat verknüpft ist. Für den russischen Regisseur Maxim Didenko ist es vor allem der Blick des Clowns auf die Wirklichkeit, die Bölls Betrachtung der Welt so einzigartig macht. Aus der Kunstform der Clownerie, die anarchisch und wahrhaftig zugleich ist, entwickelt er eine neue performative Sprache zwischen Tragik und Komik. »Ansichten eines Clowns« ist seine erste Regiearbeit in Deutschland.

Regie: Maxim Didenko
Bühne & Kostüme: Maria Tregubova
Choreografie: Dina Khuseyn
Musik & Komposition: Vladimir Rannev
Video: Oleg Mykhaylov
Licht: Damian Chmielarz
Dramaturgie: Valery Pecheykin / Ouldooz Pirniya

Mit: Sophie Arbeiter, Christoph Bornmüller, Rocco Brück, Johanna Eiworth, Lorena Handschin, Boris Koneczny , Robin Krakowski, Viktoria Miknevich, Patrick Schnicke